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Heubäder auf der Seiser Alm
Die Seiser Alm ist eines der größten Almgebiete in den Alpen. Hier war die Heumahd früher ohne technische Hilfsmittel für die Bauern Schwerstarbeit. Mit Sensen, Rechen und Pferdefuhrwerken ging es auf die Alm. Den ganzen Tag lang wurde gemäht, eingeholt und nachts dann oft gleich auch im Heu geschlafen.
Im Heu schlief man zwar abgekämpft und todmüde ein, am nächsten morgen erwachte man aber taufrisch. Das brachte Anfang des 20. Jh. Die Vorfahren des heutigen Hotel „Heubad“ in Völs auf die Idee, unter der Betreuung des Gemeindearztes Dr. Josef Clara eine Heubadstation einzurichten. Die Gäste waren begeistert und die Heubäder wurden ein großer Erfolg.
Aber wie funktioniert nun ein solches Heubad? Eigentlich ist das Heubad ein Heuwickel. Befeuchtetes und vorgewärmtes Heu werden auf ein Leinentuch gegeben und umhüllen den Körper sanft. Da das Heu mit Wasser in Verbindung gebracht wurde, kann der Spaltpilz zu arbeiten beginnen und ein erwärmender Prozess setzt sich in Gang.
Durch die sich entwickelnde Wärme werden die Inhaltsstoffe des Heus frei und Kräuter wie Frauenmantel, Arnika, Thymian, Enzian oder das Fingerkraut können ihre gesundheiltliche Wirkung entfalten.
Ein Irrtum ist es zu glauben, dass das Heubad nichts für Allergiker sei, denn im Südtiroler Heubad wird nasses Heu verwendet und dieses ist völlig unproblematisch für Heuschnupfen, Piek- und Kratzempfindliche.
Besonders empfehlenswert ist ein Heubad nach einem anstrengenden Wandertag in den Bergen. Ihre Beine werden sich im Nu von den Mühen erholen und am nächsten Morgen werden Sie sich fühlen, als könnten Sie Bäume ausreißen!
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